Virtuelle Abschlussveranstaltung: Technikbasierte Dienstleistungssysteme für den Maschinen- und Anlagenbau

Am 26. Juni und am 9. Juli fanden die Abschlussveranstaltungen der Technikbasierten Dienstleistungen in einer virtuellen 3D-Umgebung statt. Themen waren beispielsweise die Mensch-Maschine-Kooperation oder wie Künstliche Intelligenz Unternehmen bei Entscheidungen unterstützen kann.

Ergebnisse aus zwölf Forschungsprojekten erstmals virtuell präsentiert

An beiden virtuellen Veranstaltungstagen begrüßte Ralf Münchow, Referent im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), alle Interessierten und Projektbeteiligten zu den ersten, komplett virtuellen Abschlussveranstaltungen: „Es ist fast wie ein persönliches Treffen. Hier können wir sehen, was in Zeiten von Corona alles möglich ist.“. Zwölf Verbundprojekte aus der BMBF-Bekanntmachung „Technikbasierte Dienstleistungssysteme“ stellten ihre Ergebnisse per Vorträgen und auf einem virtuellen Marktplatz vor.
Aufgrund der durch COVID-19 gegebenen Situation konnte die Abschlussveranstaltung nicht wie ursprünglich geplant beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in Frankfurt am Main stattfinden. Sie wurde in eine virtuelle 3D-Umgebung transferiert, die ermöglichte, den Charakter einer Veranstaltung mit interaktiven Anteilen und direkten Kontakten beizubehalten.

Zu Beginn präsentierte Herr Münchow die Bekanntmachung sowie die Programmlinie. Diese „Forschung für Dienstleistung“ trägt dazu bei, Dienstleistungen effizient zu erstellen, Entwicklungsprozesse zu optimieren, Kunden einen hohen Nutzwert anzubieten und neue, zusätzliche und dauerhafte Wertschöpfung zu generieren. Im Oktober 2015 hatte das BMBF in der Bekanntmachung dazu aufgerufen, in Forschungsverbünden aus Wissenschaft und Praxis innovative und technikbasierte Dienstleistungssysteme zu entwickeln, die die innerbetrieblichen und unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsprozesse verknüpfen. 18 Verbundprojekte mit insgesamt 112 Partnern und einem Fördervolumen von 30 Millionen Euro stellten sich ab Juli 2017 dieser Aufgabe.

Mit Grundsatzvorträgen wurde in die Themen der Abschlussveranstaltungen eingeführt. Britta von Selchow, Fette Compacting, erläuterte die nutzerzentrierte Entwicklung von digitalen Produkten eines Maschinenbauers. Dr. Michael Durst, ITONICS, stellte dar, wie Künstliche Intelligenz Unternehmen dabei unterstützen kann, zukunftsorientiert zu agieren. Dr. Romy Müller, Technische Universität Dresden, berichtete über die Domänenspezifität in der Mensch-Maschine-Kooperation und zeigte anschaulich, was Schokolade von Flugzeugen und Handys unterscheidet. Prof. Ralph Riedel stellte im Anschluss KMU-taugliche Lösungsansätze für digitale Services vor.

Zwölf der 18 geförderten Projekte konnten an zwei Tagen ihre Lösungsbeispiele vorstellen. Am ersten Tag der Veranstaltung zeigte das Projekt retrosmart, wie ältere Maschinen und Anlagen durch Nachrüstung mit entsprechender Hard- und Software für die Smart-Service-Welt von morgen fit gemacht werden. Durch die Entwicklung eines unternehmensübergreifenden intelligenten Servicesystems demonstrierte das Projekt iSrv, wie Ausfälle von Maschinen und Anlagen vermieden werden können. Das Projekt ProData erläuterte, wie Wertschöpfung durch eine intelligente Nutzung von Big Data erzeugt werden kann. Mit seiner cloudbasierten Softwarelösung zeigte das Projekt Radar, wie Unternehmen auf relevante Signale, Trends, Technologien und Veränderungen reagieren können und wie daraus zukunftsgerichtete Strategien entwickelt werden können. Im Projekt PRODYSIS wurde eine industrielle Cloud-Plattform vorgestellt, welche es ermöglicht, neuartige und bereits existierende Dienste und Maschinen zu integrieren und zu kombinieren. Das Forschungsprojekt VASE zeigte die Entwicklung von neuen Technologien für Service und Instandhaltung, und wie dadurch die Servicequalität im Maschinen- und Anlagenbau verbessert wird.

Am zweiten Veranstaltungstag stellte das Projekt KoMMDia ein Assistenzsystem für die kooperative Störungsdiagnose am Beispiel von Verarbeitungsmaschinen vor. Im Projekt Retail 4.0 wurde ebenfalls eine Softwarelösung präsentiert, die es Einzelhändlern und Kunden ermöglicht, in die Produktentwicklung von Bekleidung einbezogen zu werden, und die Kunden ein digitales Shoppingerlebnis bietet. Werkzeugwartungen datenbasiert und vorausschauend durchzuführen, ermöglicht das Projekt WerkPriMa durch die Entwicklung eines Dienstleistungssystems. Das Projekt Plug_and_Control präsentierte die Ergebnisse und den Mehrwert von flexibel kombinierbaren Datenbausteinen. Die Entwicklung und Bereitstellung einer Marktplattform wurde vom Projekt DIHP vorgestellt: die Plattform ermöglicht einen automatischen Handel von Produktionskapazitäten. Die Herausforderungen bei der Digitalisierung von Dienstleistungen im Bauwesen erläuterte das Projekt ConWearDi. Es wurde gezeigt wie die ConWearDi Web-Plattform funktioniert, um alle Beteiligten bei der Bewältigung der Aufgaben zu unterstützen.

Die virtuelle Veranstaltung bot den Teilnehmenden aus Forschungseinrichtungen und Unternehmen auch Gelegenheit und Zeit zum Netzwerken in Form eines virtuellen Marktplatzes. Dort präsentierten sich die Projekte an virtuellen Ständen und boten weitere Informationen, u. a. durch Videos oder 3D-Modelle.

Präsentationen einiger Projekte können Sie hier downloaden:

DiHP iSrv KoMMDia
Plug_and_Control ProData Retail40
retrosmart WerkPriMa

Hier finden Sie weitere Informationen zur Bekanntmachung und den einzelnen Projekten.

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