Kooperation zur intelligenten Fertigung (Industrie 4.0) und Smart Services (DEU-CHN_InFe3)

Stichtag: 29. Januar 2021

Am 16. November 2020 wurde im Bundesanzeiger (BAnz AT 16.11.2020 B7) die Bekanntmachung vom 26. Oktober 2020 über die Förderung von Projekten zum Thema „Deutsch-Chinesische Kooperation zur intelligenten Fertigung (Industrie 4.0) und Smart Services (DEU-CHN_InFe3)“ im Rahmen des Forschungsprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ veröffentlicht.

Ziel dieser Richtlinie ist die Förderung der Zusammenarbeit von deutschen und chinesischen Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft in innovativen deutsch-chinesischen Verbundvorhaben der angewandten Forschung zu ausgewählten Schwerpunktthemen. Unter diesen internationalen Verbundprojekten werden FuE-Projekte mit Beteiligung mindestens einer deutschen und chinesischen Forschungseinrichtung und bevorzugt mehreren deutschen und chinesischen Unternehmen verstanden. Die bewilligten Fördermittel sollen die Grundlagen für eine dauerhafte Forschungs-, Entwicklungs- und Innovations-Partnerschaft schaffen. Durch die Zusammenführung von Wissen, Erfahrungen, Forschungsinfrastrukturen und sonstigen Ressourcen von beiden Seiten soll ein Mehrwert für die beteiligten Partner generiert werden. Durch Austausch von Wissen und durch gemeinsame Entwicklungen soll langfristig die Grundlage für gegenseitigen Marktzugang und eine nachhaltige wirtschaftliche Kooperation geschaffen werden.

Zweck der Förderung ist die Durchführung von anwendungsorientierten industriellen Verbundprojekten, in denen deutsche und chinesische Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam an Lösungen arbeiten. Angestrebt werden, neben der Erarbeitung technologischer Innovationen, die Ausgestaltung sozio-technischer Systeme für die länderspezifische Zusammenarbeit, aber auch wesentliche Fortschritte bei Normung und Standardisierung. Weiteres Ziel ist die Stärkung der interkulturellen Kompetenz deutscher und chinesischer Nachwuchswissenschaftler in Bezug auf China bzw. Deutschland durch den wissenschaftlichen Austausch in gemeinsamen Verbundprojekten.

Gefördert werden Arbeiten zu folgenden Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkten, die durch die gemeinsame deutsch-chinesische Arbeitsgruppe „Intelligente Fertigung (Industrie 4.0) und Smart Services“ als vordringlich eingestuft wurden:

  • Datenbasierte Produkt-Service- und Assistenzsysteme für die intelligente Fertigung (Industrie 4.0)
    • Entwicklung neuer Lösungen für das transnationale Produktlebenszyklusmanagement, z. B. den transnationalen Datenaustausch oder die Spezifikationserstellung
    • Entwicklung neuer Lösungen für intelligentes Qualitätsmanagement durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz und Big Data
    • Entwicklung dynamischer Testumgebungen für integrative Lösungen auf Basis Künstlicher Intelligenz und Mensch- Roboter- Kollaboration

  • Lösungsansätze für die transnationale Interoperabilität in kollaborativen Produktionsnetzwerken
    • Implementierung einer transnationalen Verwaltungsschale auf Basis semantischer Modelle (basierend auf den Arbeiten zu RAMI 4.0)

    • Entwicklung von Systemen für die Interoperabilität zwischen Deutschland und China unter Berücksichtigung spezifischer Anforderungen und Regeln für vertrauensvolle kollaborative Wertschöpfungsnetzwerke und für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle

    • Entwicklung und Implementierung von Regeln und Mechanismen für eine nutzerorientierte Kontrolle des Datenaustausches in kollaborativen Wertschöpfungsnetzwerken

    • Entwicklung neuer Anwendungsfälle der Cloud-Edge-Optimierung durch szenariogetriebene Dienstleistungsplattformen für eine intelligente, KI-basierte Fertigung

  • Nachhaltigkeit durch Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz in der Produktion
    • Entwicklung spezifischer Methoden und Werkzeuge für die ganzheitliche Erfassung, Bewertung und Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz von Prozessen und Prozessketten der Produktion
    • Entwicklung geeigneter Informationsmanagementsysteme für energie- und ressourceneffiziente Fertigungsprozesse
    • Entwicklung neuer dienstleistungsorientierter Geschäftsmodelle für nachhaltigere Lebenszyklen von Produkten auf der Grundlage von Produktlebenszyklusdaten

Das Antragsverfahren ist zweistufig angelegt. Deutsche Partner sollen ihre Vorhabenskizze der im Bundesanzeiger veröffentlichten Förderrichtlinie bis zum 29.01.2021 beim Projektträger Karlsruhe einreichen. Die chinesischen Partner müssen eine Skizze des chinesischen Kooperationsanteils beim chinesischen Ministerium für Wissenschaft und Technologie einreichen. Eine vollständige Projektskizze besteht aus drei Teilen: einem Projektblatt (easy-Online), der ausführlichen Projektbeschreibung in Form einer fachlichen Projektskizze (Word- oder PDF-Datei) in deutscher Sprache und einer englischen Kurzbeschreibung des Gesamtvorhabens.

Vorhaben, die im Rahmen dieser Bekanntmachung beantragt werden, sollten das Potenzial für eine langfristige und nachhaltige Kooperation mit China dokumentieren. Der Nutzen im Hinblick auf die wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Ziele sollte für die Partnerländer ausgewogen sein.

Als Richtwert plant das BMBF eine Fördersumme von bis zu 1 Million Euro pro Verbundprojekt. Für diese Fördermaßnahme stellen BMBF bzw. MoST jeweils bis zu 4 Millionen Euro bzw. 32 Millionen Renminbi (RMB) zur Verfügung.

Projektträger

Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Produktion, Dienstleistung und Arbeit
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

+49 (0)721 608-25281
+49 (0)721 608-992003

info@ptka.kit.edu
Standort Dresden
PTKA

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Susanne Zbornik

+49 (0)721 608-25281
susanne.zbornik@kit.edu

Sekretariat Standort Dresden

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heike.blumentritt@kit.edu