Häufig gestellte Fragen - REGION.innovativ: Ziele, Begriffe und Zielgruppe

Bekanntmachung REGION.innovativ: Gestaltung von Arbeitswelten der Zukunft in strukturschwachen Regionen
Stichtag: 01. April 2020

1. Welche Ziele verfolgt das BMBF mit dem Programm REGION.innovativ?

Mit der Förderung sollen regionale Bündnisse, Netzwerke oder Cluster in strukturschwachen Regionen, die bisher nur zu fachlichen oder technologischen Themen zusammengearbeitet haben, dabei unterstützt werden, sich unter Einbeziehung hierfür besonders qualifizierter Partner mit Fragen der Arbeitsgestaltung und -organisation zu beschäftigen. Denn angesichts der digitalen Transformation, des demografischen Wandels und veränderter Wirtschaftsstrukturen stehen vor allem kleine und mittlere Unternehmen in diesen Regionen hier vor neuen Herausforderungen. Mit der Förderung sollen neue Instrumente und Modelle der Arbeitsgestaltung exemplarisch erarbeitet und pilothaft in den beteiligten Unternehmen erprobt und evaluiert werden. Auf diese Weise soll die Fördermaßnahme technologische und soziale Innovationen ermöglichen und die Attraktivität des jeweiligen Standortes langfristig sichern.

Die aktuelle Ausschreibung von REGION.innovativ findet in Zusammenarbeit mit der Programmlinie „Zukunft der Arbeit“ im Rahmen des Dachprogramms „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ des BMBF statt.

2. Wer ist die Zielgruppe von REGION.innovativ?

REGION.innovativ richtet sich an regionale Forschungsverbünde aus Unternehmen, Hochschulen und/oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie ggf. Kammern, Verbänden und weiteren gesellschaftlichen Organisationen. Basis dieser Verbünde sollen bestehende regionale Bündnisse, Netzwerke oder Cluster sein, die ein Innovationsfeld bearbeiten, das für den regionalen Strukturwandel besonders bedeutend ist. Der geförderte Verbund sollte aus einem überwiegenden Anteil kleiner, mittlerer oder mittelständischer Unternehmen bestehen. Gleichzeitig sollen eine oder mehrere wissenschaftliche Einrichtungen aus dem Bereich der Arbeitsforschung tragende Partner der Forschungsverbünde sein.

3. Was ist unter einem „bestehenden regionalen Bündnis, Netzwerk oder Cluster“ zu verstehen?

Die zentralen Partner des Verbundes (ggf. mit Ausnahme der Einrichtungen aus dem Feld der Arbeitsforschung, siehe 1.) sollten bereits gemeinsam an Innovationsthemen gearbeitet haben, z.B. im Rahmen geförderter FuE-Projekte oder als Partner in einem Netzwerk, Cluster o. Ä. Sie müssen über Möglichkeiten verfügen, die Projektergebnisse an weitere regionale Akteure zu vermitteln, z.B. über die genannten Branchennetzwerke oder Cluster. Dies muss in der Skizze nachvollziehbar dargestellt und überzeugend erläutert werden.

4. Richtet sich das Programm jeweils an das gesamte regionale Netzwerk bzw. Cluster oder nur Teile davon?

Mit REGION.innovativ sollen konkrete Lösungsansätze der Arbeitsgestaltung und -organisation entwickelt und erprobt werden. Die Förderung ganzer Netzwerke wäre damit in der Regel nicht sachgerecht. Die geförderten Partner sollen jedoch einen Transfer der Ergebnisse im regionalen Netzwerk bzw. Cluster sicherstellen.

5. Wie sind wissenschaftliche Einrichtungen aus dem Bereich der Arbeitsforschung definiert? Müssen diese auch aus der Region stammen?

Wissenschaftliche Einrichtungen der Arbeitsforschung sind Hochschulen oder außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, die sich spezifisch mit Fragen der Arbeitsgestaltung und -organisation beschäftigen. Der disziplinäre Hintergrund im Feld der Arbeitswissenschaften kann dabei unterschiedlich sein, z.B. Arbeitssoziologie, Arbeitspsychologie, Ergonomie, Technik- und Prozessgestaltung und Arbeitsorganisation.

Die wissenschaftlichen Partner aus dem Bereich der Arbeitsforschung sollen bevorzugt aus der strukturschwachen Region der Verbundpartner stammen, da sie in der Regel besser mit den regionalen Charakteristika und Herausforderungen vertraut sind. Falls in der Region kein geeigneter Partner vorhanden ist, können jedoch auch überregionale Einrichtungen der Arbeitsforschung eingebunden werden.

6. Was versteht das BMBF unter dem Begriff „Innovation“ und „Innovationsfeld“?

Das Programm legt einen weiten Innovationsbegriff zugrunde, der sowohl technologische, organisatorische, Produkt-, Dienstleistungs- und Geschäftsmodellinnovationen wie auch soziale Innovationen umfasst. Das Innovationsfeld ist das Sach- oder Themengebiet, in dem der Verbund die Innovationen erzielen möchte. Das zu entwickelnde Innovationsfeld sollte interdisziplinär ausgerichtet sein.

7. Welche Themen der Arbeitsgestaltung und -organisation können bearbeitet werden?

Die Themen leiten sich aus der Programmlinie "Zukunft der Arbeit" des Dachprogramms "Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen" ab (mehr Informationen unter: www.produktion-dienstleistung-arbeit.de/ und www.bmbf.de/pub/Zukunft_der_Arbeit.pdf). Die Verbünde sollen mindestens einen der folgenden inhaltlichen Schwerpunkte aufgreifen:

1. Forschung zur Gestaltung von Transformationsprozessen in regionalen Arbeitsnetzwerken:

  • Digital unterstützte Ansätze zur Förderung vernetzter und dezentraler Arbeit, insbesondere in ländlichen Gebieten.
  • Demografiesensible Instrumente zur Analyse neuer Formen von Arbeit und Wertschöpfung zur Einleitung des Übergangs von „traditionellen“ Arbeits- und Wirtschaftsmodellen in neue Wertschöpfungsmodi.
  • Konzepte zur Implementierung von visionären Modellen der Arbeit als regionale Best-Practice (z.B. Methoden zur Modernisierung der Arbeit als Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung und deren Umsetzungsstrategien).
  • Partizipative Verfahren und Instrumente zur Übertragung von Prozesswissen im Rahmen der regionalen Transformation (z.B. Modellprojekte für transdisziplinäre und branchenübergreifende Arbeitsgestaltung, integrative Labore für die Arbeit im Wandel).

2. Erforschung neuer Kompetenzarchitekturen für den Wandel im Unternehmen:

  • Regionalspezifische Instrumente zur Personal- und Kompetenzentwicklung (z.B. Konzepte zur inkrementellen Umgestaltung von Kompetenzen im Unternehmen, digital gestützte Instrumente zur Bestandsaufnahme und zur Definition individueller Strategien für die betriebliche Qualifizierung im Umgang mit strukturellen Veränderungen)
  • Ansätze zur Förderung der Kreativität für die Transformation im Betrieb (z.B. Leitfäden für den Mittelstand für branchenübergreifende Kompetenzerweiterung, neue und flexible Lern- und Gestaltungsräume für KMU und Start-Ups durch überbetriebliche und interkommunale Vernetzung und Kooperation) 

Region

8. Welche Vorgaben bestehen zur regionalen Zusammensetzung der Verbünde?

Verbünde, die sich für eine Förderung im Rahmen von REGION.innovativ bewerben, müssen in einer strukturschwachen Region gemäß der Fördergebietskulisse der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) angesiedelt sein. Die Verbünde müssen die Lage und Abgrenzung der Region, in der und für die sie arbeiten, selbst definieren und inhaltlich begründen. Die regionale Abgrenzung kann losgelöst von Gebietskörperschaften und Arbeitsmarktregionen vorgenommen werden. Grundsätzlich sollten die Partner jedoch in alltäglichen Arbeitsprozessen mit vertretbarem Aufwand persönlich zusammenarbeiten können. Wenn dies inhaltlich überzeugend begründet werden kann, können Anwendungspartner aus angrenzenden nicht strukturschwachen Regionen, Einrichtungen der Arbeitsforschung auch aus dem gesamten Bundesgebiet eingebunden werden. Die Haupteffekte der Förderung müssen aber zwingend in der strukturschwachen Region des Verbundes erzielt werden. Die Beteiligung überregionaler Anwendungspartner ist nur im Einzelfall und dann möglich, sofern diese eine Schlüsselkompetenz für den Verbund haben.

Die "Region"

Weitere Informationen zu Definition und Verständnis des Begriffes „Region“ finden Sie hier.

9. Welche Regionen gelten in Deutschland als strukturschwach?

Strukturschwache Regionen wurden durch den Bund und die Länder im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) definiert. Strukturschwache Regionen wurden durch den Bund und die Länder im Rahmen der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) definiert. Unter www.innovation-strukturwandel.de/gebietsabgrenzung können Förderinteressenten herausfinden, welche Gemeinden bzw. Teile davon in strukturschwachen Regionen (gemäß GRW) liegen.

Es können auch Partner in nicht strukturschwachen Regionen gefördert werden (siehe Frage Nr. 8).

GRW-Karte

Ausschnitt aus der "Karte der strukturschwachen Regionen in Deutschland"; zum Download der vollständigen Karte gelangen Sie hier.

BMBF

Förderung

10. Was und in welchem Umfang wird gefördert?

Gefördert werden anwendungsorientierte Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu ausgewählten Themen der Arbeitsorganisation und -gestaltung, die der Kategorie der industriellen Forschung zuzuordnen sind. Die volkswirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung und der vorwettbewerbliche Charakter des Projekts müssen klar daraus zu erkennen sein. Es können Personal- und Sachausgaben/-kosten, Ausgaben bzw. Kosten für projektbezogene Unteraufträge an Dritte sowie zusätzliche projektbezogene Gemeinkosten und sonstige Betriebskosten gefördert werden.

Die Laufzeit der Vorhaben kann bis zu drei Jahre betragen. Die Höhe der Förderung bemisst sich an der Zielstellung und den geplanten Aktivitäten des Verbundes. Für jeden Partner wird eine individuelle Förderquote festgelegt (siehe Förderrichtlinie Abschnitt 5 und für Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft in der Anlage unter 2.)

11. Gibt es besondere/weitere Auflagen?

REGION.innovativ ist Teil der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“, mit der das BMBF strukturschwache Regionen in Deutschland spezifisch fördert. Alle Partner, die eine Förderung erhalten, werden dazu verpflichtet, an Befragungen teilzunehmen und auf Anfrage mit der Öffentlichkeitsarbeit / Fachinformation des BMBF zum Thema Strukturwandel zusammenzuarbeiten.

 Bewerbungsverfahren

12. Wie läuft das Bewerbungsverfahren ab?

Das wettbewerbliche Antrags- und Auswahlverfahren ist zweistufig angelegt. In der ersten Verfahrensstufe können Sie bis spätestens 01.04.2020 Projektskizzen beim zuständigen Projektträger PTKA einreichen. Pro Verbund wird eine gemeinsame Skizze eingereicht. Die Skizzen werden nach festgelegten Kriterien durch das BMBF bewertet (die Kriterien finden Sie in der Förderrichtlinie unter Abschnitt 7.2.1). Sofern Ihre Skizze positiv bewertet wird, erhalten Sie in der zweiten Verfahrensstufe die Aufforderung, förmliche Förderanträge einzureichen. Förderanträge müssen für jeden Partner des Verbundes individuell vorgelegt werden. Nach Prüfung der Förderanträge wird abschließend über eine Förderung entschieden. Die Förderung kann voraussichtlich ab Herbst 2020 starten.

13. Was ist bei der Einreichung einer Skizze zu beachten?

Jeder Verbund bestimmt einen „Koordinator“, der die gemeinsame Skizze stellvertretend für alle Partner beim Projektträger einreicht. Die Skizze darf max. 10 DIN-A4-Seiten umfassen (ohne Deckblatt, Inhaltsverzeichnis und ggf. Anhänge, wie z.B. Literaturverzeichnis). Eine Vorlage für die Skizze ist hier verfügbar. Die Skizze muss postalisch und elektronisch eingereicht werden (siehe Förderrichtlinie unter 7.2.1).

14. Sollte der „Koordinator“ eher ein Anwendungs-/Unternehmenspartner sein oder ein Partner aus dem Bereich Arbeitsforschung?

Der Koordinator sollte den Verbund insgesamt vertreten und den Transfer in die Region bzw. in das hinter dem Verbund stehende Netzwerk/Cluster sicherstellen können. Wichtig ist dafür auch, dass der Koordinator die Relevanz des Vorhabens für den regionalen Strukturwandel kennt und unterstützt. Die Wahl des Koordinators hängt daher von der spezifischen Schwerpunktsetzung des vorgeschlagenen Vorhabens ab.

15. Sind „Letter of Intent“ aller Partner erforderlich?

Sog. „Letter of Intent“ der Partner sind für die Skizzeneinreichung nicht erforderlich. Die Rollen und Aufgaben der Partner im Verbund sind in der Skizze explizit zu beschreiben. Es wird vorausgesetzt, dass die aufgeführten Partner von der Einreichung wissen und Interesse an der Teilnahme haben. Sie haben aber technisch die Möglichkeit, solche Schreiben an Ihre Skizze im Anhang anzufügen.

16. Wird es eine zweite Ausschreibungsrunde von REGION.innovativ geben?

Es sind weitere Ausschreibungsrunden im Programm REGION.innovativ geplant, allerdings werden sich diese nicht mehr an den Bereich der Arbeitsforschung richten, sondern andere Forschungs-, Innovations- oder Bildungsthemen adressieren.

Projektträger

Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Produktion, Dienstleistung und Arbeit
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

+49 (0)721 608-25281
+49 (0)721 608-992003

info@ptka.kit.edu
Standort Dresden
PTKA

Ansprechpartner

Sekretariat Karlsruhe

Susanne Zbornik

+49 (0)721 608-25281
susanne.zbornik@kit.edu

Sekretariat Standort Dresden

Heike Blumentritt

+49 (0)721 608-31435
heike.blumentritt@kit.edu