Dienstleistungstagung 2019 „Service Systems Innovation“ in Paderborn: Neue Impulse für Dienstleistungen von morgen

In Paderborn kamen Sie alle zusammen: 320 Teilnehmer aus Politik, Forschung, Wirtschaft und Verbänden nutzten die Chance, sich über die aktuellsten Trends für die deutsche Dienstleistungslandschaft von morgen auszutauschen.

Vorsprung durch Service Systems Innovation: Aus Ich wird Wir

Am 08. und 09. April 2019 fand im Heinz Nixdorf MuseumsForum in Paderborn die Dienstleistungstagung 2019 mit 320 Teilnehmern unter dem Titel „Service Systems Innovation – Impulse für Dienstleistungen von morgen“ statt. Interaktive Formate sorgten für einen regen Austausch zwischen Vertretern aus Wissenschaft und Praxis. Wegweisende und praxisnahe

Impulse, wie die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft mithilfe von Dienstleistungsinnovationen zukünftig gelingen kann, wurden hier diskutiert.

Das vielfältige Programm der Veranstaltung gewährte Einblicke in aktuelle Forschungsergebnisse BMBF-geförderter Projekte aus unterschiedlichen Bereichen der Dienstleistungsforschung. Die Teilnehmenden wurden hochkarätig durch Herrn Prof. Lukas (BMBF) sowie Herrn Prof. Beverungen (Universität Paderborn) begrüßt. Es folgten drei Keynotes, die unterschiedliche Fragestellungen in Bezug auf Dienstleistungsinnovationen thematisierten.

Andrea Martin, Chief Technology Officer IBM Deutschland, Österreich, Schweiz

Andrea Martin, Chief Technology Officer IBM Deutschland, Österreich, Schweiz

Universität Paderborn

So verwies beispielsweise Andrea Martin, CTO von IBM, auf die Notwendigkeit des Einbezugs von künstlicher Intelligenz in zukünftigen Dienstleistungsforschung. Hintergrund ist hier die Diskrepanz zwischen menschlicher Anpassungsfähigkeit, evolutionär bedingt eher linear verlaufend, im Vergleich zur rasant beschleunigten Veränderungsrate der technologischen Weiterentwicklung. Dies bedeutet, dass wir schon heute in die Grundvoraussetzungen für Maschinelles Lernen investieren müssen, um auch in Zukunft gesamtgesellschaftlich weiter zu kommen. Natürliche Intelligenz wird somit von der künstlichen Intelligenz optimal unterstützt. Andrea Martin hebt zur Verwirklichung dieses Ansatzes drei Grundsäulen besonders hervor: Zum einen, die Infrastruktur von leistungsfähigen Rechenzentren zu schaffen, die komplizierte Rechnungen blitzschnell bearbeiten können. Weiterhin, die Verfügbarkeit von hochwertig aufbereiteten Daten – sie erinnert hier an die Phrase „garbage in, garbage out“. Und zuletzt: das Erkennen und Ausschöpfen von neuen, datenbasierten Möglichkeiten der Wertschöpfung dank hochkomplexen, selbstlernenden Algorithmen.

In interaktiven Diskussionsforen wurde den Themen:

  • Smart Service Engineering
  • Digitalisierte und virtualisierte Dienstleistungsprozesse
  • Chancen und Herausforderungen der Kundenintegration bei digitalen Dienstleistungen
  • Neue Entwicklungen für Dienstleistungen im Bereich Gesundheit
  • Dienstleistungsinnovationen in KMU und Handwerk

auf den Zahn der Dienstleistungszeit gefühlt.

Gewinner research Pitch

Jan H. Betzing wurde von Prof. Beverungen für seinen Vortrag geehrt

Universität Paderborn

Zum Abschluss des ersten Tages stellten mehrere Fachforschende ihre Nachwuchsarbeiten in kurzen Research-Pitches vor. Per Live-Abstimmung wählte das Publikum den interessantesten Beitrag aus, welcher mit der Finanzierung einer europäischen Konferenzreise dotiert war. Strahlender Gewinner im Wettbewerb war Jan H. Betzing (ERCIS / WWU Münster), der sich mit seinem Kurzvortrag zum Thema „Wie beeinflusst Transparenz die Entscheidungsfindung beim Teilen von Daten?“ gekonnt gegen den Wettbewerb durchsetzte und charismatisch das Publikum für sich gewann. Interessanterweise schloss dies den Kreis zum Dialoggespräch am Morgen auf der Bühne zwischen Christoph Bornschein, Geschäftsführer, TLGG und Prof. Dr. Andreas Boes, Vorstandsmitglied, ISF e.V. München.

Diese plädierten im Rahmen von Dienstleistungen in der Informationsökonomie für eine wertebasierte Weiterentwicklung im Umgang von Daten und kontextsensitiven Wissen. Dieser Ansatz solle europäisch geprägt auf Freiheitsrechten beruhen und auf den Ökosystemdenken betonen. Für die deutschen Kernindustrien stellt sich damit die zentrale Frage: Was kann und werde ich mit meinem erweiterten Ökosystem teilen? Und: Welche neue Wertschöpfungsmöglichkeiten stecken in den mit mir neu geteilten Daten, das wiederum mit mir geteilt wird? Dies bildet einen Sprung vom Ich- zum Wir-Gedanken und stößt somit einen neuen Mentalitätswandel an.

Bornschein + Boes, Dienstleistungstagung 2019

Christoph Bornschein, Geschäftsführer, TLGG und Prof. Dr. Andreas Boes
Vorstandsmitglied, ISF e.V. München

Universität Paderborn

Der erste Tag klang mit intensiven Gesprächen und einer Dinner-Speech des ersten stellvertretenden Bürgermeisters der Stadt Paderborn, Dietrich Honervogt, aus. Am zweiten Tag eröffneten verschiedene Impulsvorträge die Veranstaltung, auf die eine Podiumsdiskussion mit Fachexperten folgte. Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Ergebnisse in einem Resümee zusammengefasst und weiterer Förder- und Forschungsbedarf aufgezeigt. Die involvierten Forschungsprojekte stellten ihre Ergebnisse und entwickelten Dienstleistungen in einer begleitenden Ausstellung vor.

Die Veranstaltung wurde von Wissenschaft und Praxis gleichermaßen als positiv wahrgenommen. Insbesondere konnte durch das abwechslungsreich gestaltete Programm die dringend benötigte Verzahnung zwischen den verschiedenen Bereichen weiter vorangetrieben werden. Wie dies in Zukunft gelingen kann, wurde im Rahmen der prominent besetzten Podiumsdiskussion diskutiert, welche live im Internet für alle Interessierten außerhalb Paderborns übertragen wurde. Einer der ausschlaggebenden Faktoren für die positive Entwicklung der Dienstleistungsökonomie am Standort Deutschland ist laut Till Post, ehrenamtlicher Vorstand des internationalen Berufs- und Interessenverbandes für Führungskräfte der High-Tech-Dienstleistungsbranche (AFSMI), der rege Austausch zwischen Fachkräften aller Bereiche. Erfolgreicher Transfer zwischen Wissenschaft und

Praxis ist keine Einbahnstraße – er bedingt einen kontinuierlichen, wechselseitigen und nachhaltigen Austausch in beide Richtungen“. Weiterhin schlug er vor, sich von erfolgreichen Initiativen im europäischen Ausland inspirieren zu lassen, um den eigenen nationalen Standard zu reflektieren. Um diesen wiederum nachhaltig anzuheben, ist es von zentraler Bedeutung, die Begeisterung und das Momentum von Leuchtturmprojekten zu nutzen, um neue Erkenntnisse dank Transfermaßnahmen auch in die Breite zu tragen.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt Dienstleistungsinnovation durch Digitalisierung - Methoden, Potentiale und Transfer für Smart Services (Digivation) wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im Programm „Innovationen für die Produktion, Dienstleistung und Arbeit von morgen“ gefördert und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut. Das Begleitprojekt läuft vom 01.12.2016 − 31.08.2020 und umfasst 21 Projekte in der Bekanntmachung „Dienstleistungsinnovation durch Digitalisierung“.

Fotos und Präsentationen der Referenten finden Sie ab jetzt auf der Veranstaltungswebsite.

Projektträger

Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Produktion, Dienstleistung und Arbeit
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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