Functex im Interview – Wie KMU-innovativ kleine Unternehmen direkt erreicht

Drei Fragen an Dr. Stefan Topp, Geschäftsführer von Topp Textil GmbH zum Thema Forschungsförderung für KMU-i.

PTKA:
Was waren die Beweggründe dieses Forschungsprojekt anzugehen?

Dr. Topp:
Unser Unternehmen ist seit über 15 Jahren auf der Suche nach Technologien, um flexible und dünne Textilien mit unterschiedlichen Polymeren gleichmäßig zu beschichten. Alle Versuche mit unterschiedlichen Technologien zeigten uns stets qualitative Grenzen auf. Neben den Qualitätsproblemen verbrauchten unsere bisherigen Beschichtungsvarianten extrem viele Ressourcen im Bereich Material und Energie durch eine Vielzahl von Aufheiz- und Abkühlprozessen. Ohne die Zusage für die Förderung zur Entwicklung einer derartigen Pilotanlage wären wir eine solche Investition in ein FuE-Vorhaben im Verhältnis zu unserer Unternehmensgröße und so ein hohes Risiko an Unsicherheiten nicht eingegangen. Insgesamt beliefen sich die Investitionen für die Planung und Anschaffung unserer Extrusionsanlage inklusive der kompletten Infrastruktur auf ca. 4 Mio. Euro.

PTKA:
Wie waren Ihre Erfahrungen in der administrativen Abwicklung während des Förderprojektes?

Dr. Topp:
Für den Antrag und auch während des Projektes ist eine vertiefte Einarbeitung in die Förderthematik und die Anforderungen der Ausschreibung und Abwicklung notwendig. Allerdings hatten wir von Beginn bis zum Projektende eine stets enge, kritische, praxisorientierte und unterstützende Zusammenarbeit mit PTKA. Durch die Förderung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und die Unterstützung des Projektträgers aus dem Karlsruher Institut für Technologie war es KMUs wie uns möglich, derartige Projekte zu stemmen.

PTKA:
Was hat aus heutiger Sicht Topp Textil das Forschungsprojekt gebracht?

Dr. Topp:
Die Mehrzahl der übrig gebliebenen Textilhersteller in Deutschland befinden sich in einem Verdrängungswettbewerb. Wir sind einem starken Wettbewerbsdruck insbesondere gegenüber Asien ausgesetzt und eine Vielzahl unserer Kunden verlagern deshalb Produktion oder Zukauf der Produkte weiterhin ins Ausland. Um im internationalen Wettbewerb unseren Standort und unsere Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern, ist es von daher existentiell für uns, neue Anwendungen und Technologien zu entwickeln und damit dem Kunden einen Nutzen mit unseren Alleinstellungsmerkmalen zu stiften. In diesem Sinne ist es uns in dem Projekt gelungen, auf einer neu entwickelten Pilotanlage mit einer für uns neuen Technologie in einem Produktionsschritt offene und geschlossene Laminate in der Kombination von verschiedenen Beschichtungspolymeren herzustellen. Dabei konnten die bisherigen Nachteile bei herkömmlichen Beschichtungsprozessen wie die Qualitätsprobleme durch Verzüge, unregelmäßige Beschichtungsstärken und Delaminationen sowie der hohe Ressourcenaufwand eliminiert werden. Dieser neuartige Ansatz ermöglicht es uns, in neue Geschäftsfelder vorzudringen, um feine und elastische Textilien zu funktionalisieren. So haben wir bereits Anfragen und erste Entwicklungsprojekte für derartige beschichtete Textilien im Bereich Medizintechnik, Freizeitindustrie, Motorentechnologie und der Automobilwirtschaft erhalten.

Projektträger

Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Produktion, Dienstleistung und Arbeit
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