27.06.2019: Abschlussveranstaltung PREVILOG und InGeMo

Unter dem Motto „Präventive Arbeitsgestaltung in Produktion und Logistik: Menschengerecht, produktiv und zukunftsfähig“ haben die wissenschaftlichen Mitarbeiter und die Praxispartner ihre Ergebnisse aus den Projekten PREVILOG und INGEMO in Stuttgart vorgestellt und diskutiert.

Menschengerechte Intralogistik

Nach einer allgemeinen Einführung sprach Prof. Dr.-Ing. Dieter Spath über die Gestaltungsfelder einer präventiven, menschengerechten Intralogistik.
Dazu stellte der Verbundpartner IWL AG die Ergebnisse einer Expertenbefragung in der Intralogistik vor. Während sich 2015 nur wenige Unternehmen mit dem demographischen Wandel beschäftigten, sind es jetzt sehr viele, die schon direkt vom demographischen Wandel betroffen sind. Der Lösungsansatz zur Erhaltung von Arbeitsplätzen bis ins hohe Alter könnte hier eine ergonomische Arbeitssystemgestaltung sein. Sie würde auch leistungsgewandelten Mitarbeitern erlauben, länger ohne gesundheitliche Beschwerden ihre Arbeit auszuüben. Ausbildungsbetriebe und Unternehmen mit zusätzlichen Angeboten, wie z. B. Sportmöglichkeiten und Kinderbetreuung, sind attraktiver für Mitarbeiter und damit weniger von den Folgen des demographischen Wandels betroffen.

Die WLC Würth-Logistik GmbH & Co. KG erläuterte ihr Vorgehen im Projekt PREVILOG im Bereich der eigenen Intralogistik. Gemeinsam wurden Workshops zur allgemeinen psychischen Belastung durchgeführt sowie verschiedene Arbeitsplätze und deren Optimierungsoptionen vorgestellt, wie beispielsweise der „Schlaue Klaus“, um die Belastung im Wareneingang zu reduzieren.
Der „Schlaue Klaus“, eine Kombination aus beleuchtetem Tisch, Scanner, verschiedenen Kameras und einem Computersystem, soll es z. B. im Wareneingang durch technische Hilfsmittel möglich machen, die Arbeit für den Mitarbeiter weniger belastend zu gestalten. In der lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass unterstützende Systeme von manchen als Gefahr für die qualifizierten Mitarbeiter und von anderen als echte Unterstützung im Arbeitsalltag gesehen werden.

Darüber hinaus wurden anhand von drei ganz konkreten Beispielen (altersgerechte Arbeitsplätze, Verbesserungen des Lagerbereichs und des Arbeitsplatzes Wareneingang) aus der PR-Tronik Handels GmbH präsentiert, wie wichtig es ist, die Mitarbeiter von Anfang an in die Veränderungsprozesse mit einzubeziehen, um größtmögliche Akzeptanz und damit den größten Nutzen zu erreichen.

Im Forschungsprojekt INGEMO wurde aufgezeigt, dass Digitalisierung das Risiko für Stress und Arbeitsunfähigkeit erhöht. Die Projektpartner entwickelten daraus sogenannte SePIAR-Workshops mit den Kernelementen: Sensibilisieren, Priorisieren, Initiieren, Aktivieren und Reflektieren. Damit sollen Beschäftigte und Führungskräfte in die Lage versetzt werden, die Ergebnisse des Vorhabens anzuwenden und die Entwicklung fortzusetzen.

Aus den Pilotprojekten im Werk- und Bürobereich der Deutschen Edelstahlwerke kamen positive Rückmeldungen, die die Ergebnisse der Evaluation bestätigten. Nach Projektende wird SePIAR auch in weiteren Bereichen eingesetzt.

Auch die Bühler Motor GmbH suchte nach innovativen Möglichkeiten zur Reduzierung der gestiegenen Belastung der Mitarbeiter, verursacht durch die immer kürzeren Entwicklungs- und Produktionszyklen. Zur Anwendung kam hier beispielsweise das sogenannte Ressourcentool, welches zur Vermeidung von Konflikten durch unterschiedliche Auslastung von Mitarbeitern eingesetzt wird. 
Zum Abschluss der Veranstaltung gab Dr. Anja Gerlmaier eine Vorschau auf das „Handbuch psychosoziale Gestaltung digitaler Produktionsarbeit“, das im September 2019 im Springer Verlag erscheinen wird.
Darüber hinaus präsentierte das Fraunhofer IAO einen Handlungsleitfaden, der bei der Gestaltung eines aus physisch und psychischer Sicht optimalen Arbeitsplatzes in der Intralogistik helfen soll.
Die vorläufige Fassung des Handlungsleitfadens sowie weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

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