Von der Forschungsidee zu weltweiten Anwendungen im Kampf gegen Produktpiraterie

Das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt „Pro-Protect“, welches im Rahmen der Fördermaßnahme „Innovationen gegen Produktpiraterie“ lief, verfolgte von Beginn an das Ziel, Produktpiraterie mithilfe von Soft-und Hardwareschutzlösungen zu verhindern.

An diesem Projekt war die 1989 gegründete Firma WIBU-SYSTEMS aus Karlsruhe maßgeblich als Projektkoordinator sowie das Forschungszentrum Informatik und weitere Anwender und Ausrüster beteiligt. Da zu einem sehr frühen Zeitpunkt erkannt wurde, dass Schutzmechanismen für geistiges Eigentum von enormer Bedeutung sind, kommt heute „eine der besten Verschlüsselungen aus Karlsruhe(FAZ vom 31.12.2017).

Keine Chance für Produktpiraten

Das Projekt setzte am kontinuierlich wachsenden Bedarf für den Schutz von Produktinnovationen an, der durch den stetig steigenden Software-Anteil an Innovationen im Maschinen- und Anlagenbau hervorgerufen wurde. Hier stand der wirkungsvolle Schutz der Software sowie der digitalen Produktionsdaten im Mittelpunkt. Ebenso wuchs der Bedarf an der Absicherung kompletter Entwurfs-und Fertigungsketten.             

Dafür wurde im Forschungsprojekt Pro-Protect ein durchgängiges Schutzsystem für Software, digitale Produktionsdaten und Maschinendaten entwickelt. Es wurde eine industrietaugliche Schutzhardware sowie ein softwarebasiertes Lizenzmanagement erarbeitet. Innovationen, Know-how und geistiges Eigentum können dadurch wirkungsvoll gegen Software-, Produkt- und Designpiraterie geschützt werden.

Produktpalette: Die Lösungen von Wibu-Systems sind inzwischen in einem weitreichenden Spektrum unterschiedlicher Medienformen erhältlich - ob On-Chip, Speicherkarte oder USB-Stick. Dies erleichtert auch die Security-Nachrüstung in bereits bestehenden Systemen.

Produktpalette: Die Lösungen von Wibu-Systems sind inzwischen in einem weitreichenden Spektrum unterschiedlicher Medienformen erhältlich - ob On-Chip, Speicherkarte oder USB-Stick. Dies erleichtert auch die Security-Nachrüstung in bereits bestehenden Systemen.

WIBU-SYSTEMS

Mittlerweile finden die Produkte in unterschiedlichsten Bereichen Anwendung. Vom Geldautomaten über den Diagnosestecker für Autowerkstätten bis hin zur Medizintechnik für Beatmungsgeräte, bei denen in Krankenhäusern bei Bedarf die Funktionen erweitert werden können, z. B. für die Beatmung von Frühchen, da mit der Lizenzierungstechnik von WIBU-SYSTEMS die Nutzung freigeschaltet werden kann. Auch in der Industrie 4.0 bietet sich ein breites Spektrum für die Anwendung, da die Herstellung individueller Teile immer mehr an Bedeutung gewinnt und sich so auch immer mehr Know-how in den Produktionsdaten befindet. Denn diese Produktionsdaten müssen geschützt und die Nutzung kontrolliert werden, beispielsweise in der Textilfabrik. Dort können Plagiate verhindert werden, indem eine Software kontrolliert, dass nicht mehr als die angegebene Stückzahl produziert werden kann.

Ergebnisse des Projekts Pro-Protect: Schutz für Software und Produktionsdaten in Stickmaschinen von ZSK

Ergebnisse des Projekts Pro-Protect: Schutz für Software und Produktionsdaten in Stickmaschinen von ZSK

WIBU-SYSTEMS

Generell handelt es sich bei den Anwendungsbereichen um einen großen Wachstumsmarkt, da die Produkte des Karlsruher Unternehmens überall dort zum Einsatz kommen, „wo man Daten technisch nutzen kann und sie schützen will(FAZ vom 31.12.2017).

Ein weiteres interessantes BMBF-Forschungsprojekt, an dem die WIBU-SYSTEMS AG beteiligt war, ist das Projekt „SecurePLUGandWORK“, welches durchgängige und sichere ‚plug-and-work‘- Lösungen für die Produktion, übergreifend über die Ebenen der klassischen Automatisierungstechnik, entwickelt.

Gemeinsam mit KIT und FZI wurde ein Softwareschutz-Verfahren, das Blurry-Box® genannt wurde, entwickelt und 2014 mit dem 1. Platz des höchstdotierten IT-Sicherheitspreis in Deutschland von Horst Goertz Institut in Bochum ausgezeichnet. Im anschließenden von BMWi geförderten ZIM-Projekt haben FZI und Wibu-Systems an der praktischen Umsetzung und einem Common Criteria-Schutzprofil gearbeitet.

Verleihung des Deutschen IT-Sicherheitspreises: Kein Hacker konnte bislang Blurry Box knacken.

Verleihung des Deutschen IT-Sicherheitspreises: Kein Hacker konnte bislang Blurry Box knacken.

WIBU-SYSTEMS

Das „Nationale Referenzprojekt IT-Sicherheit in Industrie 4.0“, IUNO ist ein laufendes Projekt des BMBF mit 14 beteiligten Unternehmen und sieben Forschungseinrichtungen. Es arbeitet entlang vier wesentlicher Anwendungen, einem Security Leitstand bei VW, kundenindividueller Produktion bei Homag, sicheren Fernwartungszugängen bei Bosch und einem Technologiedatenmarktplatz bei Trumpf. WIBU-SYSTEMS entwickelt hier neue Lösungen auf Basis der Schutzlösung CodeMeter, die digitale Rechte vieler Parteien unabhängig voneinander nutzen kann. Die vorwettbewerbliche Erarbeitung neuer Lösung in diesem großen Projekt bietet enorme Chancen, da die Ergebnisse direkt in der Produktion der Hauptverantwortlichen eingesetzt und erprobt werden.

Die F&E-Projekte mit anderen Unternehmen und Forschungseinrichtungen und auch die aktive Mitarbeit in Verbänden wie dem VDMA helfen WIBU-SYSTEMS, frühzeitig Lösungen zu entwickeln, die Herstellern von Software, Geräten und Maschinen echten Mehrwert bieten. Sie sind Katalysator zur Umsetzung neuer Geschäftsmodelle, indem Geräte zugeschnitten auf den Kunden verkauft werden und zukunftssicher das Freischalten oder Nachrüsten weiterer Funktionen bieten. Dadurch können Hersteller neben einem Einmalverkauf auch wiederkehrende Einnahmen generieren durch Pay-Per-Use oder Subscription-Modelle.

Der Zukunft sieht Oliver Winzenried, Vorstand der WIBU-SYSTEMS AG, positiv gestimmt entgegen. Das Unternehmen leistet einen bedeutenden Beitrag zum Schutz geistigen Eigentums und Know-hows, zur Abbildung neuer Geschäftsmodelle und zu Security. Ziel ist es, Vertrauen zu schaffen mit Transparenz und nutzerfreundlichen Lösungen. Die Herausforderungen der Digitalisierung und vernetzter Infrastrukturen vertritt Wibu-Systems über die gesetzlichen Anforderungen und Geschäftsinteressen hinaus mit dem Ziel „Digitale Souveränität“ für die Gesellschaft.

Erfolgsgeschichte: Seit fast 30 Jahren ist die von Marcellus Buchheit (links) und Oliver Winzenried (rechts) gegründete WIBU-SYSTEMS AG führend im Softwareschutz

Erfolgsgeschichte: Seit fast 30 Jahren ist die von Marcellus Buchheit (links) und Oliver Winzenried (rechts) gegründete WIBU-SYSTEMS AG führend im Softwareschutz

WIBU-SYSTEMS

Zum weiteren Ausbau stehen neben Tochtergesellschaften in USA und China sowie Vertriebsbüros nun weitere Auslandsniederlassungen an und Baumaßnahmen in Karlsruhe: in 2018 starten große Investitionen, einmal für ein neues Gebäude für den Firmenhauptsitz und als strategische Reserve sowie einen weithin sichtbaren Leuchtturm für die regionale IT-Strategie „karlsruhe.digital“. Hierin kommen Experten der IT-Sicherheitsforschung aus Unternehmen, Start-Ups, Verbänden und Forschung zusammen, um einen wichtigen Beitrag zu IT-Security in Europa zu leisten.

Projektträger

Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Produktion, Dienstleistung und Arbeit
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

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76344 Eggenstein-Leopoldshafen

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