Projekt empCARE: Sehenswert: Pflegepersonal entlasten

Der intensive Kontakt zwischen Pflegekräften und Patientinnen und Patienten ist eine der wichtigsten Grundlagen der Care-Arbeit. Hier steht die Pflegekraft häufig im Konflikt mit Zeitdruck und enger Taktung der Arbeit. Emotionale Dauerbelastung kann dabei die Folge sein.

In einem aufrüttelnden und ansprechenden Kurzfilm spricht das Forschungsprojekt empCARE das Thema Pflege, Empathie und Belastung an. Im Fokus steht dabei die Frage, was die eigene, persönliche Reißzwecke ist. Neugierig?

Herausforderung emotionale Dauerbelastung in Pflegearbeit

Empathie und emotionale Kompetenz sind in hohem Maße von Pflegekräften notwendig, wenn sich der zu pflegende Mensch verbal nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr ausdrücken kann. Ziel des Forschungsprojekts empCare ist die Entwicklung, Umsetzung und Validierung eines empathiebasierten Entlastungskonzepts für Pflegekräfte und -unternehmen. Seit Ende 2015 werden Maßnahmen gesundheitsförderlicher und schützender Arbeitsbedingungen zur Verringerung der emotionalen Dauerbelastung im Rahmen der Arbeitsforschung entwickelt. Das von der Uni Duisburg-Essen im Projekt hauptverantwortlich entwickelte Konzept wird von der Uniklinik Köln in der stationären Pflege umgesetzt und validiert. Die Uniklinik Bonn entwickelt und erprobt ein Multiplikatorverfahren des empathiebasierten Entlastungskonzepts in der stationären Pflege. Ein privates Pflegeunternehmen übernimmt die Umsetzung und Adaptation an die mobile, häusliche, ambulante Intensivpflege. Nach Abschluss des Forschungsprojekts soll ein bundesweites Entlastungsnetzwerk durch das Projekt entstehen.

Pflegekräfte in einem Krankenhaus

Kommunikation und Medien UKB

Intension und Beschreibung: Mit dem Kurzfilm „Mitarbeiterin des Monats“ möchte empCARE auf die Belastung in der Pflege aufmerksam machen. Anforderungen von unterschiedlichen Seiten müssen erfüllt werden, alles muss immer „sofort“ passieren und man fühlt sich, als würden alle an einem „zerren“ – solche Belastungssituationen erleben Pflegekräfte tagtäglich. Emotionales Engagement und eine Vielzahl an Tätigkeiten werden von außen als selbstverständlich gesehen und oft merkt man erst zu spät, wenn es zu viel wird. Psychische Belastungen wie Burnout und eine hohe Fluktuation im Berufsfeld sind die Folge. Regisseur Claus Martin hat das Thema im Film sinnbildlich umgesetzt und damit den Berufsalltag in der Pflege höchst treffend dargestellt. Im Film erlebt Protagonistin Heike, wie zunächst harmlose Anliegen der Nachbarn erst fordernd, dann überfordernd und zum Schluss schier erdrückend werden. Was beim Verleihen von Salz beginnt, endet in einer ausgeräumten Wohnung. Nur ihre letzte Reißzwecke gibt Heike nicht aus der Hand.

Aber der Film bringt nicht nur die Problematik auf den Punkt, sondern stellt auch einen Lösungsansatz vor. Mit der Frage „Und was ist Deine Reißzwecke?“ weist der Film auf den zentralen Stellenwert eigener Bedürfnisse hin, und wie wichtig es für eine gesunde Arbeitsgestaltung ist, diese nicht aus dem Blick zu verlieren. Eigene Bedürfnisse wahrnehmen, kommunizieren und diese mit den Anforderungen von außen in Balance zu bringen, ist der Kern des empCARE Trainingskonzepts.

Mehr Informationen zum Projekt lesen Sie auf der Projekt-Webseite www.empcare.de

Projektträger

Projektträger Karlsruhe (PTKA)
Produktion, Dienstleistung und Arbeit
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Hermann-von-Helmholtz-Platz 1
76344 Eggenstein-Leopoldshafen

+49 (0)721 608-25281
info@ptka.kit.edu
Außenstelle Dresden
PTKA

Ansprechpartner

Sekretariat Karlsruhe

Susanne Zbornik

+49 (0)721 608-25281
susanne.zbornik@kit.edu

Sekretariat Außenstelle Dresden

Heike Blumentritt

+49 (0)721 608-31435
heike.blumentritt@kit.edu